Ernst Haeckel
Das unlösbare Welträtsel – Liebesbriefe eines Darwinisten

Thomas Arnold spricht Ernst Haeckel
Mit Joachim Pukaß, Sonja Deutsch, Dorette Hugo
Laufzeit ca. 114 Minuten
2 CDs | Briefroman mit Musik

UVP 19,95 € [D/A] 37,90 sFr [CH]
ISBN: 978-3-941621-00-8

Bereits erschienen | Lieferbar

»Himmelhoch jauchzend« und »zu Tode betrübt«: Wie ein Jahrhundertroman liest sich die Lebensgeschichte des Naturforschers Ernst Haeckel (1834 – 1919). In seinen Liebesbriefen gibt sich der »deutsche Darwin« als feinsinnige Künstlerseele und sensibler Liebhaber zu erkennen. Doch als Gottesleugner wird er bald zum meist gehaßten Mann seiner Zeit.

Wie vergänglich die Momente privaten Gücks selbst in einem so übervollen Leben wie dem des großen Zweiflers Ernst Haeckel sein können, erzählt dieses Hörstück. Beginnend mit den frühen glücklichen Jahren, die Haeckel – überschattet vom plötzlichen frühen Tod seiner großen Liebe (Anna Sethe) – in die lebenslange Vernunftehe mit Agnes Huschke treiben, bis hin zum tragischen Freitod seiner späten heimlichen Geliebten (Frida von Uslar-Gleichen).



Hörprobe:

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KLAPPENTEXTE

Der gefesselte Prometheus

Aufgewachsen in streng protestantischem Elternhaus, erkennt Ernst Haeckel spät »die Freuden des Ineinanderlebens der Gemüter«. Der plötzliche frühe Tod seiner ersten Frau, Anna Sethe, stürzt den von ständigen Selbstzweifeln geplagten jungen Professor in eine tiefe Lebenskrise. Nur durch übermäßigen Arbeitseifer kann er sich wieder ins Leben zurück reißen. Haeckels zweite Frau, Agnes Huschke, leidet unter der ständigen Abwesenheit des weltreisenden Forschers. Depressionen sind ständiger Begleiter dieser lebenslangen Vernunftverbindung. Als Haeckel in späten Jahren die 30 Jahre jüngere Frida von Uslar-Gleichen kennenlernt, die ihn so ganz an Anna Sethe erinnert, entbrennt in ihm noch einmal das ganze Feuer der Leidenschaft. Aber die »moralische Pflicht« gegenüber seiner Frau und die Angst, sein Lebenswerk zu gefährden, machen ihm ein Ausleben unmöglich. Die ausweglose Liebe endet tragisch mit Fridas Freitod.

Ein Künstler im Dienste der Wissenschaft

Ernst Haeckels Kunstformen der Natur werden bereits kurz nach ihrem Erscheinen ein Welterfolg. Um die Jahrhundertwende sind sie neben Brehms Thierleben in nahezu jedem Haushalt des gebildeten Bürgertums zu finden. Haeckels Darstellungen finden Eingang in Architektur und Malerei, schmücken als Vorbilder der Art Nouveau Einrichtungsgegenstände, Stoffe und Tapeten. Der französische Architekt René Binet gestaltet das Eingangstor zur Weltausstellung in Paris nach dem Vorbild von Haeckels Radiolarien. Der Glaslüster von Constant Ambroise Roux, der noch heute den Eingangsbereich des Oceanographischen Museums in Monaco schmückt, ist Haeckels Scheibenquallen nachempfunden.

HÖRBUCH-KURZREZENSION

Ein intimes Psychogramm

Zum ersten Mal überhaupt unternimmt der vorliegende Hörroman den Versuch, allein anhand von Liebesbriefen ein Bild des Menschen Ernst Haeckel (1834 – 1919) hinter dem Naturforscher zu zeichnen. Über Jahrzehnte schrieb der »deutsche Darwin« beinahe täglich jenen Frauen, die für ihn im Laufe seines Lebens eine prägende Rolle spielten. Aus Tausenden von Briefen entstand so ein intimes Psychogramm von unglaublicher Dichte, das zugleich Sittengemälde des 19. Jahrhunderts und Dokument der Wissenschaftsgeschichte ist, einfühlsam und anrührend in Szene gesetzt im Zwiegespräch der Protagonisten. So spiegeln sich in den privaten Innenansichten von Mann und Frau zugleich die dramatischen gesellschaftlichen Umbrüche einer ganzen Epoche.

Bellerive Verlag